Herbstlied
Musik von Herrn Schefer, Text von Herrn Wehlam
Von Bernd-Ingo Friedrich
Der Dichter und Komponist Leopold Schefer, Jugendfreund und langjähriger Vertrauter des Fürsten Pückler, General-Inspector der Standesherrschaft Muskau von 1812 bis 1816 - einer auch für die Lausitz schlimmen Zeit - rückt durch einige neuere Publikationen zunehmend wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Als eine wichtige Neuerscheinung der letzten Jahre ist das Handbuch „Mit Begeisterung und nicht für Geld geschrieben.“ Das musikalische Werk des Dichters Leopold Schefer von Ernst-Jürgen Dreyer und Bernd-Ingo Friedrich zu nennen.1 Sie erweitert das Standardwerk Zu allem fähig/ Versuch einer Soziobiographie zum Verständnis des Dichters Leopold Schefer von Bettina und Lars Clausen um die weniger attraktive zweite Lebenshälfte Schefers. Der Leopold-Schefer-Bibliographie von Bettina Clausen fügt sie das musikalisches Werk des Dichters hinzu und schließt damit die Aufarbeitung des Leopold-Schefer-Nachlasses im wesentlichen ab.2
In ihr wird ein völlig unbekannter Komponist vorgestellt, der als Autodidakt Ungewöhnliches leistete und unter günstigeren Umständen vielleicht zu einem der Großen der Musikgeschichte geworden wäre. In einer Rezension für die Zeitschrift Musikforschung schreibt Peter Gülke zu einigen Liedern Schefers, daß „auch Schubert-Kenner kaum zu sagen wüßten, weshalb sie nicht von Schubert stammen könnten.“3
Die Arbeit an dem Handbuch machte partiell ein nochmaliges Quellenstudium nötig. Es diente zum einen der Erhellung biographischer Zusammenhänge, zum andern der Ausmerzung einiger durch verschiedene Biographen fest- und fortgeschriebener Irrtümer.4 Letztere betreffen auch Schefers Lebensdaten. Deshalb werden diese Daten hier noch einmal ausdrücklich genannt: Leopold Schefer lebte vom 30. Juli 1784 bis zum 13. Februar 1862. Er wurde geboren und starb in Muskau, der Stadt, die er nach seiner Weltreise von 1816 bis 1819 beinahe 42 Jahre lang nicht mehr verließ. Hier schuf er als einer der ersten unabhängigen Schriftsteller Deutschlands ein heute nahezu vergessenes Werk, das von einigen seiner Zeitgenossen mit dem Goethes, Schillers oder Jean Pauls verglichen wurde.
Im Ergebnis der o. g. Nachforschungen entstanden kleinere Arbeiten, von denen zwei auch für die Sorabistik von Interesse sein dürften. Eine erste sei hiermit vorgestellt. Eine zweite Arbeit, die sich mit Leopold Schefers sorbischen Wurzeln befaßt, ist in Vorbereitung.
Im Band II der (Halb-)Biographie Zu allem fähig ist der kalligraphisch bemerkenswerte Titel eines Herbstliedes reproduziert, der als Verfasser „Musik von Herrn Schefer, Text von Herrn Wehlam“ angibt. Darunter ist dessen Text zu lesen.5 Ein Blick in Leopold Schefer’s Gesänge zu dem Pianoforte6 zeigt, daß es nicht identisch ist mit dem darin enthaltenen Herbstlied „Natur du geliebte, wie bist du verwandelt“ von Leopold Schefer. Der Text dieses Liedes erschien zuerst in der ebenfalls vom Grafen von Pückler herausgegebenen Sammlung Gedichte,7 Schefers erster Veröffentlichung, für deren Verfasser damals jedoch der im Titel genannte Herausgeber galt, also Hermann von Pückler - und der sich das unwidersprochen gern gefallen ließ.
Das Lied mit dem „Text von Herrn Wehlam“ wurde erstmals veröffentlicht in dem – leider sehr teuren - Auswahlband mit zum Teil bereits im Druck vorliegenden, teils erstmalig gedruckten Liedern Schefers, den der Musikwissenschaftler Ernst-Jürgen Dreyer 2004 herausgab.8 Das handschriftliche Original befindet sich in einem achtseitigen Heft, welches im handschriftlichen musikalischen Nachlaß Leopold Schefers im Goethe- und Schiller-Archiv Weimar aufbewahrt wird.9 Ebendort findet sich auch eine Liste von Schefers Hand, überschrieben „Andre Melodieen. mit Musik von LSchefer“, die unter der Nr. 7 den Gedichttitel „Es treibt mit wunderbaren (!) Drang/ v. Wehlam“, unter Nr. 23 „So soll ich ewig/ Wehlam“ (beide blieben wohl unkomponiert und konnten nicht gefunden werden) sowie als Nr. 32 das besagte „Herbstlied/ von Wehlam (2 Bogen lang)“ verzeichnet.10 Abschriften des Textes und zweier weiterer Gedichte Wehlams von Schefers Hand besitzt die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main.11

Gedichte
eines (jungen) [gestrichen] Freundes.
- Mitgetheilt von Leopold Schefer.
I
Herbstlied. *
Sieh, die falben Blätter fallen,
Rauher Stürme leichtes Spiel;
Regenschwere Wolken wallen
Langsam nach dem fremden Ziel.
Grau und öde sind die Fluren
Blaß des Aethers Region,
Mit der Schönheit letzten Spuren
Ist des Haines Lied entflohn. /
Von des Herbstes Freudenmahle
Ziehn die Gäst’ in ernster Ruh’
Ueber Auen, Berg’ und Thale
Einem mildern Himmel zu.
Ueber weißumflorten Bergen
Geht des Winters finstrer Lauf,
Und aus Millionen Särgen
Baut er seinen Tempel auf. /
Was dem Erdenschooß entsprießet,
Kehrt zu seinem Mutterstaub,
Und das schwarze Grab umschließet
Unauslosbar seinen Raub.
Kannst Du Deine Tage zählen?
Dein ist nur der Augenblick,
Ihn der Weisheit zu vermählen
Dieß nur gönnt uns das Geschick. /
Doch der Frühling kehret wieder,
Neu belebt sich die Natur,
Wald und Luft erfüllen Lieder,
Tausendfarbig prangt die Flur.
Mit erneutem Leben mahlet
Sich der Gruft bemooste Wand,
Und dem frohem Pilger strahlet
Sein ersehntes Vaterland.
* W.
Für einen Vergleich mit dem Werk eines „Profis“ folge hier unmittelbar das Herbstlied Leopold Schefers:
Herbstlied
Natur du Geliebte,
Wie bist du verwandelt.
O meine Geliebte,
In Thal und auf Höhn!
Doch auch so verwandelt,
Du nakkende, bloße,
Du herrliche, große,
Wie bist du so schön!
So erröthet, entkleidet,
Vom trunkenen Bräut’gam,
Im düstern Gemache
Die bebende Braut.
Wo dort sie die Lämmer
Auf Blumen geweidet,
Da webet nun drunten
Der Nebel, und thaut.
Wo hier ich die Winden
Ihr pflückte, die bunten,
Verspinnt sich die Raupe
Am purpurnen Zweig.
Und dort, wo die falben
Gestrüppe nun schwinden,
Da warf sie mich schelmisch
Ans Blüthengesträuch.
Nun üben die Schwalben,
Rings schwirrend im Kreise,
Zur schwebenden Reise
Die fröhliche Brut,
Wo jüngst sie die Garben,
Die goldnen gebunden –
O himmlische Stunden!
O sinkender Muth!
Von röthlichen Bergen
Auf gleissende Matten
In Abendroths Schatten
In Wald, und verhallt.
Wie sausen die Winde
Durch raschelnde Blätter!
So floh, so geschwinde,
Die Lust und der Schmerz.
Heim donnern die Wetter,
Ab rieseln die Wolken;
So rinnet mein Auge,
So zittert mein Herz.
Bei den Abschriften der Gedichte II und III handelt es sich um Sonette, die vermutlich Übersetzungen eines Dichters aus dem Italienischen sind.
II.
Sonett.
Jn quell’ età ch’io misurar solea - etc
(Col mio Capro – e il Capro era maggiore etc.) [gestrichen] *
Zu jener Zeit, wo fast um einer Spangen
Mein Gaisbock noch den Hüter überragte,
Erblickt’ ich Chloris, faßte Lieb’ und sagte:
So herrlich sah ich nie ein Mädchen prangen! /
Da sprach ich einst mit hocherglühten Wangen:
„Ich liebe Dich!“ und staunte, daß ich’s sagte.
Sie gab mir einen süßen Kuß und fragte:
Wie? Bübchen! Liebe willst Du schon verlangen? /
Sie tauscht’ ihr Herz seitdem mit andern Herzen,
Ich aber trat in’s Alter, das wir kennen,
In’s Jünglingsalter heißer Liebesschmerzen. /
Sie flieht mich jetzt! Ich kann mich nimmer trennen!
Ihr wird es leicht mit meinem Kuß zu scherzen,
Ich muß in seinen Gluten ewig brennen.
· W.
* In jenem Alter, da ich [mich] zu messen pflegte
mit meinem Ziegenbock – und der Ziegenbock war größer
(italienisch)
III
Das Ohrenklingen.
Sonett
des greisen Dichters.
Säuseln hör’ ich’s .... bald ein Taubenschwingen,
.... Bald ein dünnes Rohr im Winde stöhnen,
.... Bald ein Orgelklang im Dome dröhnen,
.... Bald ein Glockenspiel vom Thurme klingen. /
Sind es Nymphen, die im Haine singen?
Oder Sphären, die im Schwunge tönen?
Oder Boten aus dem Reich des Schönen,
Die dem Erdenpilger Kunde bringen? /
Ja, sie sind’s! – die Seelen, die hienieden
Durch die Macht des Schicksals von mir schieden,
Sind’s, die mir den nahen Tod verkünden! /
Dank Euch Freunde, sel’ge Uraniden!
Längst verlangt mein Herz nach eurem Frieden
Und mit Euch sich ewig zu verbünden.
--- W.
Die bereits zitierte Sozio-Biographie Schefers erwähnt Wehlam auf verschiedenen Seiten in verschiedenen Zusammenhängen,12 teilt an greifbaren Fakten zu seiner Person allerdings nur mit, daß er „selber ein muskauer Kind“, Hofmeister des „nunmehr 9jährigen Grafen Sylvius Pückler“ (also 1809) und ein Freund Schefers war. Gleichzeitig war er dessen Rivale als ein (Mit-)Bewerber um die Gunst der Agnes, der jüngsten Schwester des Grafen von Pückler. Agnes von Pückler war 1809 aus einem Altenburger Internat nach Muskau zurückgekehrt. „Schön wie Carlo Dolcis heilige Cäcilie“, hatte sie umgehend das Herz nicht nur einiger Muskauer Jünglinge, sondern auch reiferer Herren entflammt - darunter vier Theologen - und eben auch der beiden Protagonisten des vorliegenden Artikels. Im Wettstreit um die Zuneigung der reizenden Komtesse, den Bettina und Lars Clausen sehr anschaulich rekonstruiert haben, errang vermöge seiner Dichtkunst Leopold Schefer die Siegespalme. Außerdem trug sie ihm seine ersten Veröffentlichungen ein, die Gedichte (1811) sowie die Gesänge (1813). Von dem „Herrn Wehlam“ blieb das Herbstlied erhalten. Text und Melodie entstanden möglicherweise Hand in Hand, zumindest aber zeitnah; vermutlich um 1811.
Die Ermittlung der Identität seines Dichters gestaltete sich aufwendig, mitunter auch recht abenteuerlich. Sie soll hier kurz skizziert werden, zum einen, weil sie an sich interessant ist, zum andern, weil sich in ihr eine komplizierte Identitätsfindung widerspiegelt, die sich im Kontext mit der seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts sich entwickelnden sorbischen Nationalbewegung vollzog; hauptsächlich jedoch, weil die Skizze erstmals biographisches Material zur Person eines sorbischen Pfarrers versammelt, der als Vater von Julius Eduard Wjelan bislang merkwürdig wenig Beachtung gefunden hat.
Eine erste Suche nach dem Namen Wehlam bei Schefers Biographen Emil Brenning erbrachte lediglich die irritierende Mitteilung: „[...] Wehlau, Hofmeister des jüngsten Grafen Cyrillus. Ob er jener Herrnhutische Hofmeister war, welcher mit Schefer und anderen muthwilligen jungen Leuten bei Gelegenheit eines Tanzvergnügens über aufeinander gethürmte Hüte sprang, ist nicht festzustellen.“13
Auch vier in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften zu Görlitz aufbewahrte Seiten von „Pastor Johann Wehlam, HochwohlEhrwürden in Schleife“, betreffend „Einige Nachrichten von der Kirche zu Schleife“, datiert „Schleife den 1sten März 1834“,14 halfen zunächst nicht weiter, sondern verunsicherten eher noch. Zur weiteren Verwirrung trugen die drei Grabsteine an der Kirche in Schleife bei.
1 Jan Welan 10.2.1773 – 18.7.1852
2 Julius Eduard Welan 1.2.1817 – 7.4.1892
3 Friedericke Auguste Wehlam, geb. Kretzschmar 11.7.1792 – 31.7.1821
Allerdings wiesen hier die Lebensdaten des Jan Welan, die im übrigen zu passen schienen, im Zusammenhang mit denen seiner Frau Friedericke bereits auf eine Namensänderung hin.

Ein im Pfarramt Schleife vorhandenes Typoskript sagt, kurz gefaßt, über „Die Pfarrer in Schleife:
Johann Welan 1810-1852. Geboren am 10. Februar 1773 in Braunsdorf bei Muskau.
Julius Eduard Welan, Sohn des Johann Welan, leistete aktiv Widerstand gegen die preuß. Germanisierungspraktiken; erste wiss. Beschreibung des Dialektes der Muskauer Sorben; Graphiker, Dichter, Übersetzer, Ethnologe, Anthropologe.
Jul. Ed. Welan wurde eine zeitlang unter Polizeiaufsicht gestellt.“15
Damit deutete sich außerdem bereits an, daß die Namensänderung im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Sohnes Eduard innerhalb der sorbischen Nationalbewegung bzw. auch seinen sprachwissenschaftlichen Studien stehen könnte.
Zu einiger Gewißheit steigerten sich die Vermutungen, der Pfarrer Welan könnte mit dem gesuchten Wehlam identisch sein, durch einen Artikel über die Beerdigung des Jan Wjelan (sic!), Pfarrers von Schleife, in Tydźeńskje Nowiny . (Auf diesem basieren vermutlich alle nachfolgenden biographischen Angaben, z.B. bei Wićaz oder in den einschlägigen Lexika.) Darin wird auch erwähnt, daß der Pfarrer Wjelan kurz vor seinem Tode einen Lebenslauf in sorbischer Sprache niederschrieb; dieser konnte jedoch nicht gefunden werden. Ebenfalls nicht aufgefunden werden konnte der am Sorbischen Institut Bautzen bibliographierte Muskauer Anzeiger Nr. 29 von 1892, der einen Artikel über das Leben des Pastors Wjelan enthalten soll. Weitere Recherchen ergaben eine Reihe weiterer Fakten, die sich nun schon zu einer recht anschaulichen Biographie fügten und die Wahrscheinlichkeit verdichteten, daß es sich bei dem gesuchten Poeten tatsächlich um den Schleifer Pfarrer handelt.17
Wehlam, Johann (seit ca. 1840 Welan bzw. Wjelan, Jan), geboren am 10.2.1773 in Braunsdorf bei Muskau, gestorben am 18.7.1852 (lt. Grabstein; in Lexika abweichend) in Schleife, Theologe, Hofmeister des Grafen Sylvius von Pückler, Pfarrer in Schleife, war ein gebürtiger Erbuntertan der Grafen von Callenberg, sein Vater war Bauer. Er erhielt Elementarunterricht an der Dorfschule in Braunsdorf und besuchte 1789-96 das Gymnasium in Sorau. Er studierte 3 ½ Jahre Theologie in Leipzig, ein weiteres halbes Jahr in Halle. Im Jahre 1800 wurde er in das Muskauer Predigerkollegium aufgenommen. Die Zeit bis zum Erhalt der eigenen Pfarre in Schleife überbrückte er mit Hauslehrertätigkeiten. In diese Jahre gehört auch seine Anstellung als Hofmeister des Grafen Sylvius von Pückler – siehe oben. Vermutlich waren Callenbergs bzw. Pücklers auch die Beförderer seiner beruflichen Entwicklung. Vom 10. August 1810 bis zu seinem Tode war er „Lehrer und Seelsorger bei der hiesigen [Schleifer] Kirche“ (ebenfalls lt. Grabstein).
Als Pfarrer führte Wehlam/ Welan/ Wjelan jahrelange Prozesse gg. Pückler und Nachfolger, teils vom Amtsvorgänger übernommen, teils selbst angestrengt und z.T. auch weiter vererbt an den Sohn. (Die letzten Akten eines von 1802 bis 1866 geführten Prozesses tragen dessen Unterschrift.18 )
Besonders interessant ist die Akte StFABz Sth Muskau 866 mit einer von 1819 bis 1838 geführten Auseinandersetzung um die „von dem Kirchen Aerario zu Schleife summierten Ansprüche an das Rentamt Muskau wegen Erstattung eines Kirchenkapitals von 50 Th. 21 Gr. 10 ½ Pf.“ wegen der Entwicklung der Streitsumme. Der Prozeß wurde angestrengt im Jahre 1819, als die mit der Aufhebung der Leibeigenschaft durchzuführenden Ablösungsrezesse die Festsetzung der daraus entstehenden gegenseitigen Verbindlichkeiten erzwangen. Blatt 170 des umfangreichen Konvoluts benennt auf 1 ½ mit winziger Schrift eng beschriebenen Seiten die einzelnen Bestandteile der Forderung:
„Auslagen der Kirche zu Schleife in Prozeßsachen derselben gegen die Fürstliche Rentkammer/ ein Capital von 50 Th. 21 ggr. 10 ½ Pf. und rückständiger Interessen vom Jahre 1766 bis ult. Decbr. 1837“; unterschrieben: „Schleife den 14. März 1838. Johann Wehlam, Pastor hierselbst“ und „+++ Handzeichen des Kirchenvaters Christian Masula, attestiert Johann Wehlam P.“
Auf Blatt 171 folgt die „Zinsenberechnung von Johann Kulling, Schullehrer“ per 14.3.1838, die sich nach Addition der Prozeßkosten schließlich auf die stattliche Summe von 294 Th. 13 sgr. belief – beinahe das Sechsfache der Streitsumme!

Endgültige Klarheit über die Identität von Johann/ Jan Wehlam/ Welan/ Wjelan brachte ein Gedicht in sorbischer Sprache, das in der Stiftung „Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz“ aufbewahrt wird. Seine Mitteilung verdanke ich Herrn Peter Milan Jahn; die Nachdichtung besorgte Ernst-Jürgen Dreyer. Es ist von 1840 und bringt auch noch eine vierte Variante des Namens ins Spiel, nämlich Wehlan, von ihm selbst so geschrieben.
Es ist wiederum ein Sonett.19
An
Herrn General-Inspektor Schefer
nach
der Zurückkunft Se. Durchlaucht des Fürsten
von Pückler-Muskau
aus Afrika.
Schleife den 28ten November 1840
J. Wehlan
Freudiger nie ein „Willkommen“ tönte,
Als, Durchlauchter, wir es Dir erweisen.
Väter sagen’s Söhnen, Kinder Greisen:
Er ist hier, der Fürst, der langersehnte!
Du, den man mit Ehren hoch belehnte,
Dem die Länder all auf seinen Reisen
Zeigten, was sie als ihr Schönstes preisen,
Kommst als der mit ew’gem Ruhm Gekrönte!
Will dein langer Weg sich endlich ründen?
Wirst Du wieder Dich den Deinen gönnen
Und, was Du erfuhrest, ihnen künden?
Bleib! Wie prächtig ist Dein Schloß zu nennen!
Wo denn würdest Du mehr Liebe finden,
Wo der Welt wohl heller strahlen können?
Ein Vergleich der Handschrift des Herbstliedes mit der des Carmens läßt keinen Zweifel mehr daran, daß es sich in beiden Fällen um denselben Urheber, also den Pfarrer Wehlam bzw. Wehlan/ Welan/ Wjelan aus Schleife handelt. Vor dem Hintergrund seiner Prozesse wäre aus heutiger Sicht auch eine ironische Deutung des Willkommensgedichts möglich, sie ist indes wenig wahrscheinlich. Es „gehörte sich“ damals einfach so. (Auch in Leopold Schefer ist man mitunter versucht, einen Schalk zu sehen, so wenn er etwa seinem Roman Die Gräfin Ulfeld oder die vierundzwanzig Königskinder, Berlin 1834, die verblüffende Widmung voranstellt: „Ihro, der verwittweten Reichsgräfin von Ranzau, geborenen Freyin Diede zum Fürstenstein, Hochgeborenen, in Kopenhagen, der unvergleichlich Liebenswürdigen; um Muskau, die, durch den Fürsten Herrmann von Pückler-Muskau zum nido fiorito gemachte Wiege Ihrer schönen Mutter: Louise, Gräfin von Callenberg, nicht zu vergessen! Muskau, im Mai 1834. von Leopold Schefer.“)
Zum Vergleich auch hier wieder das aus demselben Anlaß entstandene Gedicht Schefers:
Zur glücklichen Heimkehr
des Fürsten von Pückler-Muskau
nach 2300tägiger Reise.
Muskau, den 11. September 1840
Der schwarze Wagen ist verschwunden –
All’ Weggefahr ist überwunden!
Die lange Sorge endet schnell,
Ein jeder Strom hat seinen Quell.
Die Fremde ist zurückgewichen,
Ihr Glanz ist plötzlich Dir verblichen,
Der lange weite Traum ist aus –
Süß wacht sich’s auf im Vaterhaus!
Die Sonne, die dort schien in Fernen,
Der alte Mond mit seinen Sternen,
Gelagert haben sie sich hier!
Sie reisten nur zum Schutz mit Dir,
Und nur zur stillen Zeit der Träume
Noch darfst Du kehren in die Räume
Die Dir verfielen wie ein Schacht –
Die Gegenwart ist die größte Macht.
Doch daß wir durch den Frühling gingen,
Beweisen wir mit Wunderdingen:
Mit abgebrochener Ros’ und Blüth’,
Mit unserm reicheren Gemüth.
So wahr beweise Dir die Reise
Nun in der Heimath festem Kreise
Mit Mumien, altem Göttergesind’
Und mit lebendig-liebem Kind.
Die Fremde in der Heimath haben,
das sind des Lebens Doppelgaben:
Das eigene Bett ist Länder werth,
Und golden ist der eigene Heerd!
Die Heimath aber Dir beweise
Im wohlbekannten treuen Kreise:
Ein Herz, das sorgend oft gebebt
Und glücklich diesen Tag erlebt.
Als Pikanterie sei dazu angemerkt:
Kurz vor seiner Heimkehr nach Muskau war Pückler am 30. Oktober (seinem Geburtstag) 1839 in Budapest zum katholischen Glauben übergetreten, und so begrüßten ein sorbischer protestantischer Pfarrer und ein antiklerikal gesinnter Pantheist nun ihren konvertierten Standesherrn und Kirchenpatron.
Eine wenig rühmliche Rolle spielte der Pfarrer Wjelan übrigens 1849 in einer Auseinandersetzung mit Jan Kilian, dem Weigersdorfer Pfarrer der Altlutheraner, den er wegen einer beabsichtigten Kindtaufe in Schleife mit Hilfe des Dorfpolizisten aus seiner Gemeinde vertrieb.21
Zu Wehlams Herbstlied heißt es im Kommentar auf S. 366 bei Clausen/ Clausen: „Thema, Aufbau, Bilder, Verse – alles schulmäßig. Ein Hofmeister muß das können (ebenso wie ein Instrument spielen). Nicht Schefers Weg.“ 22 Auf die Sonette mag das zutreffen. Das Sonett war, wie die Glosse und die Scharade, als Gesellschaftsspiel beliebt, weil es relativ einfach ist, in einem vorgegebenen Schema zu reimen; dennoch ist nicht alles, was aussieht wie ein Sonett, gleich ein Sonett. Die Form beherrscht auch ein Dilettant im Nu, doch das wahre Sonett ist eine aus der italienischen Volkspoesie stammende, von Petrarca im 14. Jahrhundert zur Vollendung gebrachte Form, aus der „Tiefsinn und Trauer rinnt,/ wie schwerer Honig aus den hohlen Waben“ (Schlußzeilen der Ballade des äußeren Lebens von Hugo von Hoffmannsthal). Das Herbstlied hingegen erscheint relativ eigenständig, auch wenn es sich durchaus im Rahmen des damals Gängigen bewegt, und war dem Dichter und Komponisten Leopold Schefer immerhin wert, aufbewahrt bzw. vertont zu werden. Einem Vergleich mit dem entsprechenden Schefer-Gedicht hält es durchaus stand. Beide Gedichte beschreiben je einen großen Bogen. Wehlam bleibt nicht beim Herbst, sondern endet beim kommenden Frühling; Schefer, von „reicherem Gemüth“, bleibt bei einem einzigen Herbsttag und schraffiert ihn mit Tageszeit bis zu „Abendroths Schatten“. Wo Wehlam gefährdet ist, schematisch zu werden, ist Schefers dem Augenblickseindruck verhaftete Dichtung - „Die Gegenwart ist die größte Macht“ - in Gefahr zu zerfallen. Zum Beispiel abstrahiert Wehlam so weit, daß er es vermeidet, in den Versen 9-12, die durchaus Vogelflug assoziieren, das Wort „Vögel“ auch zu gebrauchen; Schefer hingegen (Verse 25-28) ist zu konkret - bei ihm stehen „die Schwalben“ pro toto. Wehlam konstruiert gewissermaßen weise-abstrakt (daher seine Neigung zum Sonett); das Gedicht Schefers ist spontan, erotisch und voller Impressionen.
Das Kühle des Wehlamschen Gedichts schafft auch eine gewisse Distanz, denn Wehlam dürfte ja wohl kaum jemals daran gedacht haben, ernsthaft um die hübsche Komtesse Agnes zu werben, und so legte er die Melancholie seines Herzens als Ausdruck des verinnerlichten Verzichts in ein Herbstlied – was Schefer wohl verstand und entsprechend vertonte. Daß es in die Gesänge zum Pianoforte nicht aufgenommen wurde, ist vielleicht der bereits erwähnten Rivalität seiner beiden Schöpfer geschuldet; vielleicht entstand es aber nur zu spät. Gegenwärtig war es der Aufnahme in die Auswahl von 22 Liedern aus einem Oeuvre von rund 180 wert, die Ernst-Jürgen Dreyer 2006 für eine CD traf.23 Das Herbstlied gehört zu den schönsten Liedern der Edition. Daß in das Begleitheft der CD nichts über die jugendliche Schwärmerei seines Texters aufgenommen werden konnte, ist allerdings etwas schade.

Das Willkommensgedicht Wehlams/ Wjelans ist noch um einiges kühler und schematischer: In den Reisenden versetzt sich der stets Daheimgebliebene nur mit Abstand hinein. Anders Schefer, denn der war selbst einmal in „Weggefahr“ und „Sorge“ durch die Fremde geirrt; er glaubt sich also mit dem Weltreisenden identifizieren zu können. Aber es ist die eigene biedermeierliche Genügsamkeit, die der Dichter dem Abenteurer unterstellt: „Süß wacht sich’s auf im Vaterhaus ... golden ist der eigene Heerd ...“ Anders jedoch als für Schefer, der sich von seinem goldenen Herd nicht mehr wegrührte, war für Pückler der Glanz der Ferne mitnichten gewichen: in den vierziger Jahren führten ihn Eisenbahnreisen bis nach Wien und Prag, in den fünfziger und sechziger Jahren nach Paris, und im Alter von 84 Jahren wollte er noch mit in den Krieg ziehen.
Vielleicht ist es nicht ganz uninteressant, den Gedichten der beiden „Alten“ ein Sonett von Julius Eduard Wjelan folgen zu lassen, das hier erstmalig in deutscher Sprache veröffentlicht wird. Übersetzt wurde es von Jurij Łušćanski und nachgedichtet von Ernst-Jürgen Dreyer.24
Sonett
Immortalia ne speres, monet annus et
almum, quae rapit hora diem.
(Horaz)25
Liebster Gott, warum so kurze Zeit nur
uns im Irdischen der Frühling blüht?
und warum so wenig Tage leiht nur
uns so süß die Nachtigall ihr Lied?
Warum ist der Sorben Sänger-Zar,
der uns läuterte mit seinem Sang
und mit Wort voll Seelenton bezwang,
unser Zejler, Patriot fürwahr,
uns auf Ewigkeit verstummt - gestorben -
und mit ihm die Frühlingszeit der Sorben?
Darum, daß uns eins zu wissen werde:
Dauerndes - nicht finden wir es hier,
nichts Vollendetes ist auf der Erde;
hier das Künftge suchen sollen wir!
(Serbske Nowiny 1872)
Außer dem in Text und Anmerkung 12 bereits genannten Herrn Peter Milan Jahn danke ich Herrn Dr. Franz Schön für gelegentliche Übersetzungen und Herrn Dr. Ernst-Jürgen Dreyer für die Überlassung diverser Archivalien, vor allem für seine einfühlsamen Nachdichtungen.
(Oktober 2006. Veröffentlicht in: Sorbische Kostbarkeiten/ Serbske drogotki. Hrsg. Wendisches Museum/ Serbski muzej. Cottbus/ Chozebuz 2008. Edition Wendisches Museum 2. Hier um einige Abbildungen gekürzt.)
Nachtrag

Als der Artikel über Jan Wjelan abgeschlossen wurde, befand sich das Archiv der Kirchengemeinde Schleife noch zur Aufarbeitung im Evangelischen Zentrum in Görlitz. In ihm fanden sich weitere, den Pfarrer Wehlam/ Wjelan betreffende Archivalien, von denen zwei bemerkenswerte in dem inzwischen zu einem kleinen Museum mit Tagungs- und Vortragssaal ausbauten Dachgeschoß des Pfarrhauses in Kopie zu sehen sind.1
Es ist zum einen die sechsseitige Urkunde, die „Johann Wehlamen“ zum Pfarrer von Schleife beruft und bestellt, eigenhändig von „Ludewig Carl Hanß Erdmann Graf von Pückler“ unterschrieben, dem Vater des späteren Fürsten Pückler.2
Zum anderen ist es eine Kirchenagende, die der Pfarrer Wjelan für den eigenen Gebrauch aufbereitet hatte. Zahlreiche Marginalien und eingeklebte Zettel in deutscher und sorbischer Sprache belegen seine intensive Auseinandersetzung damit ebenso wie der große dunkle Daumenabdruck rechts unten auf vielen der Buchseiten.3

Ich Ludewig Carl Hannß Erdmann, Graf von Pückler, Freiherr zu Groditz, Standesherr von Muskau in der Oberlausitz wie auch auf Wettesingen und Wertheim, Jemlitz, Merzdorf und Neudorf, Branitz, Gallinchen, Groß Döbern, Klein Bucko und Reichwalde, Königlich Sächsischer Gemeine Rath, als Patronus und Collator der Kirche zu Schleiffe in besagter meiner Standesherrschaft Muskau, entbiete dem Candidaten der Religionswißenschaft, Johann Wehlam, Meinen gnädigen und geneigten Willen, und alles Gute zuvor; und nachdem ich gnädig erwogen, daß das durch Ableben (weilands) Johann Gottlieb Junghänels, vormaligen Pfarrers zu nur gedachten Schleiffe, erledigte Pfarramt daselbst zur Ehre Gottes und Erbauung der christlichen Gemeinde daselbst mit einem rechtgläubigen, ordentlich wandelnden und in den Erkenntnißen der Religion Jesu wohl begründeten Manne zu besetzen sein:
Ich aber zu Euch: Johann Wehlamen in Ansehung Eures unbescholtenen Wandels und bezeigten Bestrebens zu Beförderung wahrer Religion, auch Eurer übrigen guten Eigenschaften in den Verhältnißen des Lebens, das gnädige Vertrauen hege, daß Ihr die in Euch getroffene Wahl auch rechtfertigen und fernerhin in allem Guten immer mehr und mehr vervollkommnen werdet, Ihr auch in der meinem Konsistorium all hier angestellten Prüfung für tüchtig und geschickt erkannt, und von den nach Schleiffe Eingepfarrten, nach abgelegter Prüfung wider Eure Person, Leben und Vortrag etwas nicht erinnert werden mögen:
Also Berufe und Bestelle Ich Kraft dieses Euch, Johann Wehlamen zum Pfarrer bei der Kirche zu Schleiffe, dergestalt, daß Ihr nach erhaltener Ordination solches Pfarramt bei der Kirche zu Schleiffe, im Vertrauen auf Gott antreten, den bei gedachter Kirche eingepfarrten Gemeinden und Zuhörern und Lehrern der Religion Jesu, wie solche in den Schriften der Aposteln und Propheten enthalten und begründet auch in dem Kaiser Carl dem 5ten zu Augsburg im Jahre 1530 übergebenen unveränderten Glaubensbekenntnisse sowohl als dessen Schutzschrift, nicht minder den Schmalkaldischen Artikeln, Luthers Schriften, insonderheit dessen großem und kleinen Catechismen, den Concordienformeln und den Generalvisitations-Artikeln, verstoßet und wiederholt sind, rein und unverfälscht, auch deutlich, nachdrücklich, fasslich und zweckmäßig vortragen – die heiligen Sakramente nach dem Sinne Jesu als göttlichen Stifter der Religion verwalten und austeilen – mit dem Vortrage der Glaubenslehren auch wir Einschärfung der christlichen Tugend und Sittenlehre fleißig und ernstlich verbinden, und daß die Annahme der reinen, so wie die Ausübung der anderen zur Glückseligkeit des gegenwärtigen sowohl als künftigen Lebens schlechterdings notwendig sei, klar und anschauend zu zeigen, auf die Erziehung der Jugend das sorgfältigste Augenmerk richten und zu dem Ende die Schule oft besuchen, auch daß der Schulmeister des Ortes sich in Ausrichtung seines Amtes getreu beweise, genaue Aufsicht führen, selbst fleißige Catechismen halten, insonderheit Euch der Leidenden, Kranken und Sterbenden annehmen, sie durch Vermahnungen leiten, durch Tröstungen aufrichten und ihren Seelen, Geduld im Leiden und Standhaftigkeit im Sterben durch gläubiges Hoffen der in den geheiligten Schriften unserer Religion verheißenen zukünftigen Glückseligkeit, stets neu zu gründen, unverdrossen bemüht frei in den gottesdienstlichen Gebräuchen und Lithurgie, wie solche allgemein geordnet, und in der hiesigen Kirche hergebracht und eingeführet sind, nicht das geringste ändern, sondern allenthalben der bestehenden Veranlaßung nach gehen, redlich und vorzüglich auch die Wahrheit der vortragenden christlichen Glaubens und Sittenlehren durch Eure eigenen derselben gemäß einzurichtenden Handlungen bestätigen, und dadurch Euren Zuhörern zu einem lebendigen Muster und kräftigen Eliksier werden; überhaupt aber bei Führung Eures Amtes in Leben und Lehre Euch, wie es einem Lehrer der christlichen Religion eignet und gebühret, überall bezeigen und verhalten; hier nächst in der Fastenzeit, wenn die Reihe Euch trifft vermöge hiesiger Kirchenordnung eine Predigt allhier in der deutschen Kirche in Muskau zu verrichten, besonders aber den hiesigen Konsistorialverordnungen sowohl als der Kirchenordnung jederzeit schuldige Folge leisten und Euren vorgesetzten Superintendenten mit gehörigen Redezeiten begegnen sollte; wogegen Ihr Euch Meines Schutzes, so wie der Einräumung der Wiedermut zu Schleiffe, des Dezimen, und der übrigen Einkünfte, wie solche Eure lezte Vorfahren im Amte empfangen und in einer authentischen Consignation nach der Matrikel enthalten, Euch auch übergeben werden soll, versehen möget, müssen sie Euch auch dadurch einräumen.
Urkundlich ist diese Vokation unter Meiner eigenhändigen Unterschrift und Vordruckung des größeren Consisitorialsiegels ausgefertigt worden.
Schloß Mußkau, am 22. Juli 1810
Ludwig Carl Hanß Erdmann
Graf von Pückler
(Als Nachtrag zum obigen Artikel in: Sorbische Kostbarkeiten/ Serbske drogotki. Hrsg. Wendisches Museum/ Serbski muzej. Cottbus/ Chozebuz 2009; S. 111-113. Edition Wendisches Museum 3.)

Anmerkungen
1 Ernst-Jürgen Dreyer und Bernd-Ingo Friedrich: „Mit Begeisterung und nicht für Geld geschrieben“. Das musikalische Werk des Dichters Leopold Schefer. Görlitz: Verlag Gunter Oettel 2006 (im folgenden kurz Dreyer/Friedrich).
2 Clausen, Bettina und Lars: Zu allem fähig. Versuch einer Sozio-Biographie zum Verständnis des Dichters Leopold Schefer. 2 Bde. Frankfurt am Main: Bangert & Metzler 1985 (im folgenden kurz Clausen/Clausen genannt) und Leopold Schefer. Bibliographie. Werk und Rezeption 1799-1985. Hg. von Hg. von Bettina Clausen. Frankfurt am Main: Bangert & Metzler 1985.
3 Die Musikforschung. Hg. von der Gesellschaft für Musikforschung. 58. Jahrgang 2005/ Heft 4. Kassel: Bärenreiter-Verlag 2005; S. 478.
4 Nahezu alle dieser Fehler finden sich in komprimierter Form zusammen mit einigen neuen in dem erst 2005 veröffentlichen Eintrag „Schefer“ von Nikolaus Gatter sogar in der Neuen Deutschen Biographie wieder. S. dazu auch Dreyer/Friedrich, S. 10, Anm. 19.
5 Clausen/Clausen Bd. II, S. 366.
6 Leopold Schefer’s Gesänge zu dem Pianoforte/ Musik vom Dichter/ herausgegeben vom Grafen von Pückler-Mußkau. Leipzig, Breitkopf und Härtel (1813).
7 Gedichte. Herausgegeben vom Grafen Pückler von Mußkau. Erster Band. Berlin: bei Gottfr.[ied] Hayn 1811; S. 76-79.
Anmerkungen
8 Leopold Schefer (1784-1862) Ausgewählte Lieder und Gesänge zum Pianoforte. Hrsg. Ernst-Jürgen Dreyer. München: G. Henle Verlag 2004. (Das Erbe deutscher Musik. Band 122. Sechster Band der Abteilung Frühromantik); S. 88-93 und Anm. S. 148.
9 GSA 120/26. Siehe dazu auch Dreyer/Friedrich; Werkverzeichnis S. 135 und 141.
10 GSA 120/65. 24 bereits komponierte Titel hat Schefer aus dem Verzeichnis herausgeschnitten bzw. –gerissen. S. auch Dreyer/Friedrich S. 10 u. 173 (Faksimile des Verzeichnisses).
11 Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, Handschriftenabteilung 406/1.
12 Clausen/Clausen Bd. II, S. 338, 347, 361, 363, 365, 366 (Herbstlied), 371.
13 Brenning, Emil: „Biographische und literargeschichtliche Würdigung Leopold Schefers“. Gekrönte Preisschrift. In: Neues Lausitzisches Magazin. 60.Band, 1.Heft, Görlitz 1884; S. 76.
14 OLBdW, NfG II 112.
15 „Beiträge zur Ortschronik von Schleife (Oberlausitz) unter Benutzung auch der von Kantor Ferdinand Theodor Raede verfaßten ‚Chronik der Gemeinde Schleife’ von Pfarrer i. R. Friedrich Mildner, Bad Muskau, von 1939 bis 1978 gewesener Pfarrer in Schleife.“ Typoskript. Schleife o. J.
16 „Ze Serbow“. In: Tydźeńskje Nowiny. Hrsg. J. E. Smoler. Jg. 32, 7. August 1852. Bautzen 1852; S. 250.
17 Ich verdanke einen Großteil dieser Angaben Herrn Peter Milan Jahn, Bautzen, der sie im Staatsfilialarchiv Bautzen, dem Archiv der Superintendantur in Weißwasser und dem Fürst-Pückler-Archiv Schloß Branitz fand und mir freundlichst für diesen Aufsatz überließ.
18 StFABz Sth Muskau 865.
19 Fürst-Pückler-Archiv Schloß Branitz XX A, 001, 149, 00176f.
20 Weltgegenden. Hg. von Chlodwig: Erster Jg. Erster Bd. Osten. Cottbus: Eduard Meyer; S. 52f.
21 Trudla Malinkowa: Ufer der Hoffnung. Sorbische Auswanderer nach Übersee. Bautzen: Domowina-Verlag 1999; S. 112f.
22 In den Aufzeichnungen des damaligen Schloßintendanten Wolff findet sich zum 19. Sept. 1809 die Notiz: „Gegen Abend hatte die Gräfin Charlotte v. Pückler ein Bauern Erndte Fest veranstaltet (....) Beylage des Gedichtes, von Herrn Wehlam gedichtet, und eines zweyten gedruckten Gedichtes zur Feyer des Festes.“ In: Traugott Ludwig Heinrich Wolff: „Merckwürdige Begebenheiten der Standesherrschaft, gräflich Callenbergischen Familie. und solcher die damit Bezug haben, während der in diesem hochgräflichen Hause in verschiedenen Verhältnißen verlebten Dienstjahren, vom M. Juny 1767. an: bis 1795. und von da weiter in andern Verhältnißen in den Regierungsjahren der Hochgräflich und Hochfürstlichen Standesherrschaften Familie von Pückler bis 1824. in allem also 57. Jahr.“ Manuskript. S. 65. Die Gedichte fehlen.
23 Tagebuch einer großen Liebe. 22 Lieder von Leopold Schefer. Limitierte Jubiläumsausgabe zum 222. Geburtstag von Leopold Schefer. CD. Bautzen: KONSONANZ Musikagentur 2006; Lied Nr. 11.
24 Julius Eduard Wjelan. Zestajał Kito Lorenc. Bautzen: Ludowe nakładnistwo Domowina 1995. (Serbska poesija 36); S. 19.
25 „Unvergängliches erhoffe nicht, mahnt das Jahr, und den erquickenden,/ den die Stunde davonreißt, den Tag.“ Zeilen 7 und 8 der berühmten 7. Ode "Diffugere nives" im 4.Buch der Oden, die auch Leopold Schefer vertont hat. S. auch Dreyer/ Friedrich; S. 150, B.III.1.
Anmerkungen zum Nachtrag
1 Findbuch der Ev. Kirchengemeinde Schleife. Erstellt von Fr. Winkler, Archivsachbearbeiterin, Ev. Zentrum Görlitz. Stand April 2006.
2 Findbuch, Archivalien, lfd. Nr. 2: Einzelne Schriftstücke 1785-1848.
3 Findbuch, Bücher, B 6: Kirchen-Agende für die Hof- und Domkirche in Berlin. Budissin, gedruckt bey Ernst Gottlob Monse. 1828./ Zyrkwina Agenda sa te ßerske Moßady we prußkich hornych Lużizach. w Budeschini, szischeżane pola Ernst Gottlob Monse. 1828. Darauf der hs. Vermerk: „Bearbeitet und ins Wendische übertragen von mir, Johan[n]es Welan, zur Z. Pastor zu Schleife etc.“
Kommentare zu diesem Artikel ansehen | Kommentar zu diesem Artikel verfassen