Carl Weisflog aus Sagan (1770-1828)
E.T.A. Hoffmanns eifriger Zauberlehrling
Von Bernd-Ingo Friedrich
Mehr über und von Carl Weisflog ist zu finden auf den Webseiten:
Carl Weisflog als Komponist
Die Quellnymphe oder Die Bäder zu Muskau
Spittelfreuden des Jeremias Kätzlein
Zu „Carl Weisflog (1770-1828) – ein Biedermeierautor aus Sagan“ gibt es im gleichlautenden Artikel Henk J. Konings in Sagan und Sprottau in der schlesischen Geschichte1 eine Fülle an Wissenswertem, so daß hier nur das Wichtigste zur Sprache kommen soll, zumal Weisflog in Bezug auf Muskau und Leopold Schefer lediglich marginale Bedeutung zukommt. Von Schefers Biographen Lüdemann wird er denn auch nur beiläufig im Zusammenhang mit Heinrich Seidel (dem Laubaner) genannt:
„Das Talent Seidel’s für geistreiche Unterhaltungen, die er in großen Kreisen oft ganz allein ausfüllend übernahm, und sein Geschick zur Leitung der kleinen Bühne, auf welcher seine leichteren Stücke höchst befriedigend dargestellt wurden, befestigten dies vertrauliche Verhältniß, das bis zu Seidel’s Tode ungestört waltete, noch mehr. Als Gerichtshalter und Theilnehmer in diesen Bestrebungen erschien denn auch der satyrische Weisflog häufig, der von dem Freunde vielfach gefördert, mit seinem Talente für das Komische dafür sorgte, daß dies Lebenselement auch in wenig begünstigender Zeit [der Zeit der Befreiungskriege] an dieser glücklichen Stelle nicht ausging.“2
Die kleine Muskauer Literatenrunde entstand nach 1811, als Graf Hermann von Pückler sein Erbe angetreten hatte. Noch im selben Jahr verhalf der spendable Standesherr den Gedichten Leopold Schefers zu einem splendiden Auftritt. Das mag den einen oder anderen, vielleicht auch Carl Weisflog, der ärmlichen Verhältnissen entstammte, zu Hoffnungen verleitet haben, die sich auf die eigenen Manuskripte bezogen ...

Georg Ellinger schrieb über ihn für die ADB: Carl Weisflog „wurde am 27. Dezember 1770 zu Sagan geboren, wo sein Vater [Rektor und] Cantor war. Unterstützungen von Verwandten und Freunden ermöglichten es ihm, 1774 [recte 1784] das Gymnasium zu Hirschberg zu besuchen. 1790 bezog er die Universität Königsberg, wo er, entgegen dem Wunsche seiner Familie, die ihn zum Theologen bestimmt hatte, die Rechte studirte. Nach Abschluß seiner Studienjahre war er längere Zeit Hauslehrer [in Gumbinnen], dann Referendar in Tilsit und Memel und kehrte 1802 in seine Heimatstadt als Stadtrichter zurück. Seine Theilnahme an den Befreiungskriegen, auf die er hinzudeuten scheint, läßt sich nicht mit Sicherheit nachweisen. Trotz frühzeitig auftretender und sich immer mehr steigernder Kränklichkeit genoß der in glücklicher Ehe lebende Mann die kleinen Lebensfreuden, die sich ihm boten, und pflegte eine heitere Geselligkeit. Am 14. Juli 1828 ist er in Warmbrunn gestorben.
Erst als Fünfzigjähriger hat W. zu schriftstellern angefangen. (Die ersten Arbeiten sandte er am 15. Novenber 1821 an Theodor Hell.) – [Theodor Hell war das Pseudonym des mit Leopold Schefer befreundeten Schriftstellers und Herausgebers Karl Gottfried Theodor Winkler, Hofrat in Dresden.] 1819 wurde er während eines Badeaufenthaltes in Warmbrunn mit E.T.A. Hoffmann und dessen Freund Contessa bekannt, und nach Weisflog’s Angabe ist es Hoffmann gewesen, der die schlummernde Erzählergabe in ihm geweckt hat.“3
Der Rest ist subjektive Literaturkritik, der man sich anschließen mag oder nicht. Sehr hübsch ist, was Heinrich Laube über ihn zu Papier brachte: „Neben Hoffmann ist Weisflog zu nennen, der die juristisch-ästhetische Feder, die Gutschmeckerei, den ‚schnöden’ Humor’, die Passion für Musik und Tulpenzwiebeln, für Bizarres und Schnurriges mit ihm gemein hatte. Etwas von geistreichem Wüstlinge ist ebenfalls gemeinschaftlich. Nur hielt sich Weisflog mehr an die bürgerliche Realität; und die höhere Beziehung, sei’s nach dem Geheimnisse der Existenz oder nach dem bloßen Schatten des Gespensterspuks, war noch mehr dilettantenartig, mehr beiläufige Liebhaberei. Die Literarhistoriker übersehen ihn deshalb gern, weil er mehr der barrocken Unterhaltung, als dem tieferen Bedürfnisse gedient habe. Es ist ihm aber eine interessante Auffassung, eine rasche, pikante, Form und eine oft feine Laune nicht abzusprechen, wenn auch der Eindruck durch Manierirtheit getrübt wird.“4 Was bei beiden, Ellinger wie Laube, noch fehlt, ist Weisflogs Ernennung zum Stadtgerichtsdirektor 1827 und die bemerkenswerte Tatsache, daß seine Liebe zur Musik so weit ging, daß er auch komponierte, nach Koning neben mehreren kleinen Werken auch eine Oper, „Die beiden Marseiller“. (Letzteres sei hier unter Vorbehalt mitgeteilt.) Eine weitere, skurrile Ergänzung findet sich in Heinrich Laubes Reisenovellen. Sie enthalten eine überaus lebendige, zehnseitige Karikatur der Lebensumstände Weisflogs, die nichts zu wünschen übrig läßt, denn der im benachbarten Sprottau geborene Laube kannte Weisflog aus mehreren Begegnungen.5
Der so spät zur Schriftstellerei Gekommene kompensierte seine Verspätung mit enormem Fleiß, ja einer förmlichen Schreibwut. In nur acht Jahren schuf er ein Werk von zwölf Bänden mit insgesamt über 3.300 Seiten! Seine Erzählungen, Skizzen und Gedichte verkauften sich gut, weil sie dem Zeitgeschmack entsprachen. Sie erschienen unter dem Titel Phantasiestücke und Historien von 1824 bis 1829 bei Arnold in Dresden und wurden 1839 ein zweites Mal aufgelegt; bei Lechner in Wien erschien 1827 eine dreibändige Ausgabe, und eine spätere Auswahl besorgte Carl Georg von Maassen 1922 unter dem Titel Bürgerliche Historien für „Die Bücherei der neuen Serapionsbrüder“ von Georg Müller in München. Weisflog gelangte in Meyers National-Bibliothek Deutscher Klassiker (Band 46), Miniatur-Bibliothek der deutschen Classiker (Band 140) und die Groschenbibliothek (115. Bändchen; alle Hildburghausen, Bibliographisches Institut, um 1840); in verschiedenste Anthologien, und es gibt einige bibliophile Ausgaben einzelner Historien wie Das Große Los, 1925 in 100 numerierten Exemplaren herausgegeben von Gustav Meyrink (München, Weber, 1925) oder die Biographischen Spittelfreuden des abgesetzten Privatschreibers Jeremias Kätzlein mit Handzeichnungen von Carl Spitzweg (Lorch, Bürger, 1948).
Adaptiert wurden Carl-Weisflog-Stoffe ebenfalls. Die Handlung von Johann Nestroys für das Alt-Wiener Volkstheater verfaßter Zauberposse Der böse Geist Lumpazivagabundus oder: Das liederliche Kleeblatt basiert vor allem auf seiner Erzählung Das große Los. Sie wurde 1833 in Wien uraufgeführt und 1835 gedruckt.

Bevor eins dieser Werkchen (Die Biographischen Spittelfreuden des abgesetzten Privatschreibers Jeremias Kätzlein), das deutlich vom Gedankengut der Aufklärung geprägt ist, aber auch eines gewissen, eine weltanschauliche Verortung des Autors erschwerenden Zynismus’ nicht entbehrt, sich mit einem ausführlichen Zitat vorstellt, noch ein paar interessante Details.
Bemerkenswert ist ferner nämlich, daß Weisflog, wie Schefer, den preußischen Leutnant Friedrich de la Motte-Fouqué „zu traktieren“ hatte, der – verschiedener Vorfälle wegen äußerst übelgelaunt – als Freiwilliger Jäger in Sagan wie in Muskau (und anderswo) Fourage für die gegen Napoleon kämpfende Truppe zu requirieren hatte. Wie diese Begegnung für Schefer ausging, hat wiederum Wilhelm von Lüdemann (1796-1863, Jurist, Polizeirat in Aachen, Geheimer Oberregierungsrat in Berlin und Liegnitz; Schriftsteller und Übersetzer) überliefert: „Nun kamen Gäste anderen Stammes, unter ihnen erschien denn auch La Motte Fouque in Muskau auf längere Zeit, mit einer maßlosen und unmöglichen Requisition, der der Freund [Schefer] zu genügen hatte. Nach einer Vorlesung Schefer’scher Dithyramben bei Tisch endete die Sache damit, daß Fouque und Schefer in einem großen Glase Rack Freundschaft tranken – gewiß ein seltsamer Dichterbund zweier sich mehrfach berührender und doch so verschiedener Geister unsers Dichterwaldes!“6
Über Carl Weisflogs – bescheidene – Beteiligung an der Gründung einer Glashütte informiert der Artikel „Der Vice-Graf – Leopold Schefer als Ökonom“ auf www.kulturpixel.de. Über seine Kontakte zu Hermann von Pückler, die sich auf Juristisches sowie die Hintergründe einer Beschreibung der Muskauer Bäder beziehen, informieren vier Briefe, die Pücklers Biographin Ludmilla Assing in die Briefwechsel und Tagebücher des Hermann Fürst von Pückler-Muskau aufgenommen hat.7 Weisflog erweist sich darin als ein Meister der Diplomatie. Er arrangierte auf brillante Weise:
„[die] Entschädigung für die mir abgenommene Gerichtspflege von Jemlitz, Merzdorf, Neudorff. Die juristischen Gründe, die meinen, auf 300 Thlr. ermäßigten Ansprüchen entgegen gesetzt worden sind, dürften schwerlich bei einer genauen und gesetzlichen Exposition, wie ich solche, angetrieben von meinem Interesse gewiß fertigen würde, Stich halten. Allein ich mag durchaus das Advokatenelend nicht vermehren, über welches Ew. Durchlaucht einst gegen mich so sehr geklagt, denn es kann unter uns, wenigstens von meiner Seite, nie die Rede von Klage und Prozeß sein. Aber es öffnet sich eine Aussicht, wie schon gesagt, Ew. Durchlaucht Interesse mit dem meinigen zu verbinden, und aus diesem Amalgama gerade das erwünschte Produkt freundlich zu gewinnen.
Ich habe nämlich – auf geschehene Einladung der Muskauer Badedirektion, die Muskauer Bäder und alles das Schöne und Herrliche gesehen, was Eure Durchlaucht für diese Anstalt gethan, und was überhaupt Muskau Ihnen zu danken hat. Wahrlich, dies kontrastiert ungemein mit gewissen Mißtönen, die, wenn auch aus gedungenen Pfennigpfeiflein hervorgegangen, dennoch dem Ohre des also Besungenen und Bepfiffenen nicht wohlthun können. Aber dagegen ist kein anderer Rath, als eine Gegenmusik, die um so ansprechender sein müßte, als derselben ein schöner und wahrer Text zu Grunde läge. – Es fällt mir hierbei gar nicht ein, an irgend eine Kontroverse zu denken. Im Gegentheile, das Geschehene muß mit verachtendem Stillschweigen abgefertigt werden. Aber mit neuen Farben ein neues Gemälde zu entwerfen, das jenen Zweck mit dem vereinigte, jener schönen Anstalt erhöhte Celebrität und Popularität zu ertheilen, das wäre die Sache.
Eine bloße Beschreibung, und wäre sie noch so artistisch, thut es nicht, aber im Vehikel des Romantischen hält sich manches fest in der Seele, was außer dem kaum angesprochen haben würde. Es ist daher meine Idee, eine romantische, humoristisch gemüthliche Erzählung, betitelt: Die Bäder zu Muskau, zu liefern, die im Kleide des Geschichtlichen zugleich alles sagt, was der Hauptgegenstand an sich Nützliches, Schönes und Rühmliches hat. Ich würde diese Erzählung in das sehr gelesene Blatt ‚die Abendzeitung’ einrücken lassen, und dann auch solche meinen jetzt herauskommenden sechs Bändchen ‚Phantasiestücke und Historien’ einverleiben.“8
Und so geschah es wohl auch: Der Fürst bekam eine exquisite Werbung, und Weisflog kam zu seinem Geld. Das nämlich steckt hinter Heinz Ohffs dümmlich-süffisanter Einlassung im dito grünen Fürsten: „Das Bad erweist sich als Fehlinvestition, obwohl Pückler ein Meisterstück an Public Relation liefert, ehe diese auch nur erfunden ist. Ein Mensch namens Weisflog, Journalist, preist – für 100 Taler und freie Wohnung – die Heilwirkung der Quellen in der Berliner Abendzeitung [...]“9 –
Eigentlich hätten jetzt ein paar Sätze aus „Die Quellnymphe“ hierhergehört. Diesen Titel erhielt die „romantische, humoristisch gemüthliche Erzählung“ Weisflogs letzten Endes vermutlich, denn in seinem Antwortbrief drückte Pückler Weisflog „seinen lebhaftesten Dank für das freundschaftliche Interesse [...] an Muskau und seiner durch Sie illustrierten Quell-Nymphe“ aus. Die Erzählung erschien – nach Goedeke – 1825 im sechsten Band der Phantasiestücke und Historien, von C. Weisflog in der Arnoldischen Buchhandlung in Dresden. Eine Erzählung mit dem Namen „Die Bäder von Muskau“ (das in der „Quellnymphe“ wohl „Grünau“ genannt wird) ist weder in diesen noch in der Berliner Abendzeitung aufzufinden. Leider war es bislang unmöglich, die fragliche Abendzeitung oder ein Exemplar des sechsten Bandes der Phantasiestücke und Historien leihweise in die (ehemals) schlesische Provinz zu bekommen, die Bibliothekare können keine Informationen mehr heraussuchen, die Antiquare wollen verkaufen, und eine Kopie der ungefähr wohl 160seitigen Erzählung würde ein kleines Vermögen kosten; fast so viel wie die antiquarische Erstausgabe. Die Klärung der Angelegenheit muß also einstweilen verschoben werden. Sollte jemand den genannten Band oder irgend eine andere Ausgabe besitzen ... – Wir sind des Buches inzwischen habhaft geworden. Ein Auszug aus „Die Quellnymphe“ (ursprünglich 200 Seiten!) entlarvt Ohffs Erfindung nun tatsächlich als Tarnkappe für seine Faulheit im Recherchieren.

Übrigens: Das Wort „Biedermeier“ – für Antiquitätenhändler und Ebayer: für das Biedermeier setzt man die Jahre zwischen 1810 und 1850 an – tauchte erstmals in Ludwig Eichrodts (1827-1892) parodistischer Sammlung Die Gedichte des schwäbischen Schulmeisters Gottlieb Biedermeier und seines Freundes Horatius Treuherz (1850 bis 1857) auf. 8 Doch während dieser Begriff für die Kunstgeschichte relativ fest konturiert ist, birgt er für die Literaturhistoriker manches Problematische, schrieben doch zu gleicher Zeit so verschieden ambitionierte Autoren wie Luise Brachmann, Bettina von Arnim, der Fürst Pückler, Friedrich Laun, Leopold Schefer, Jan Potocki, Heinrich Heine, Karl Marx und Friedrich Engels. In der Gesellschaft bahnten sich die großen Verteilungskämpfe des 20. Jahrhunderts an.9 Das Kommunistische Manifest erschien 1847, 1848 wurde der erste Arbeiterverein gegründet, 1859 feierten freireligiöse Vereine erste Jugendweihen. (Interessant: Nach dem 20-bändigen Bertelsmann Universal Lexikon, Gütersloh 1990, gab es Jugendweihen nur in der DDR!) 1863 wurde Ferdinand Lassalle Präsident eines Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbandes (ADAV).
Insofern ist der Begriff „Biedermeier“, angewendet auf die Literatur, sogar irreführend, denn immerhin führten verschiedenste Bestrebungen in diesen Jahren zur Revolution von 1848/49, weshalb der Kleingeistiges und Genügsamkeit implizierende Begriff „Biedermeier“ besser auf die darauf folgenden fünfzig Jahre der Reaktion, katholischen Bigotterie und (klein-)bürgerlichen Genügsamkeit gepaßt hätte als etwa die Zeit der Demagogenverfolgungen, in der Schriftsteller sich für ihre Ideen und Ideale noch einsperren ließen oder ins Exil gingen.
Von Idealismus geprägt waren auch die verlegerischen Aktivitäten des engagierten, dem Humanismus der Aufklärung sich verpflichtet fühlenden Hildburghausener Unternehmers Carl Joseph Meyer (1796-1856, Verleger und Begründer des Bibliographischen Instituts). Das Bibliographische Institut wurde im Dezember 1828 in Hildburghausen ansässig und bezog das damals so genannte „Brunnquellsche Palais“. Meyer verlegte hier die Cabinetts-Bibliothek und die Miniatur-Bibliothek der deutschen Klassiker. Hier erfuhr auch die dritte Ausgabe der billigsten Klassiker-Hefte in den Jahren 1848-1854 eine einzigartige Neuauflage, deren politische Bedeutung unter dem Eindruck der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 nicht zu unterschätzen ist. Diese dritte Ausgabe der billigen Reihe erschien unter dem Namen Meyer’s Groschenbibliothek in 365 Bändchen. Die Ankündigung erfolgte unter der Losung: „Bildung macht frei“. Sie blieb viele Jahrzehnte der Wahlspruch des Bibliographischen Institutes. (Nach Wkipedia.)
Noch 100 Jahre später fühlte sich der Oberfachschulrat Prof. Kurt Hoppe diesem humanistischen Gedankengut verpflichtet, indem er ein über 600 Seiten umfassendes Lehrbuch für Soldaten der Wehrmacht mit Themen wie Algebra, Geometrie, Kurzschrift, Literaturgeschichte, Rechtsgeschichte, Erdkunde mit graphischen Darstellungen, Abbildungen im Text sowie Kunstdrucken (!) verfaßte und im BI verlegen ließ.10 Zum Standardwerk wurde dann allerdings der „Reibert“, der weitgehend ideologiefrei noch heute erscheint und sich darauf beschränkt zu erklären, wie man seinen von höchster Stelle aus verordneten Feind am besten aus seinem Leben schafft, ehe man vielleicht selbst an die Reihe kommt ...

(02.12.2009.)
Anmerkungen
1 Koning, Henk J. „Carl Weisflog (1770-1828) – ein Biedermeierautor aus Sagan“. In: Sagan und Sprottau in der schlesischen Geschichte. Hrsg. Werner Bein. Stiftung Kulturwerk Schlesien. Würzburg: Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn 1992; S. 91-97. Auch im Internet zu finden: Ders.: „Carl Weisflog (1770-1828). Ein vergessener schlesischer Nachfolger E.T.A. Hoffmanns und ein Stofflieferant Johann Nestroys.“ In: Orbis linguarum. Vol. 26. Wroclaw 2004.
2 Lüdemann, W.(ilhelm) von: „Leopold Schefer’s Leben und Werke“. In: Schefer, Leopold: Laienbrevier. 12. Auflage; S. LXVI.
3 Allgemeine Deutsche Biographie. Elektronische Version. Hrsg. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek. Januar 2003.
4 Laube, Heinrich: Geschichte der deutschen Literatur. 4 Bde. Stuttgart: Hallberger’sche Verlagshandlung 1839/40; Bd. 3 (1840), S. 193.
5 Derselbe: Reisenovellen. 6 Bde. Mannheim: Verlag von Friedrich Hoff 1836/37; Bd. 4 (1836), S. 180-190.
6 Lüdemann, Schefer’s Leben, S. LXV. S. dazu auch: Schmidt, Arno: Fouqué und einige seiner Zeitgenossen. Biographischer Versuch. Karlsruhe: Stahlberg 1958.
7 Pückler-Muskau, Hermann Fürst von: Briefwechsel und Tagebücher. 9 Bde. Hrsg. Ludmilla Assing-Grimelli. Bern: Neu verlegt bei Herbert Lang 1971. Weisflog an Pückler: Bd. 5, S. 477; Bd. 6; S. 470 u. 474; Pückler an Weisflog: Bd. 6, S. 481.
8 Ebd. S. 470f.
9 Ohff, Heinz: Der grüne Fürst. München: Piper Verlag 2002; S. 122. Siehe dazu auch „Das traurige Kapitel Ohff“ auf www.pueckler.kulturpixel.de, 1. Teil: Fürst Pueckler und die Frauen, 3. Kapitel: Eine literarische Bestandsaufnahme.
10 Nach: Rothmann, Kurt. Kleine Geschichte der deutschen Literatur. Stuttgart: Philipp Reclam jun. o. J. (1997). S. dazu auch: Geismeier, Willi: Biedermeier. Kunst und Kultur. Wiesbaden: Drei Lilien Verlag o. J.
11 Scherr, Johannes: Deutsche Kultur- und Sittengeschichte. Bis zur Gegenwart fortgeführt von Dr. Albrecht Wirth. Meersburg und Leipzig: F. W. Hendel Verlag 1929.
12 Hoppe, Kurt: Das deutsche Soldatenbuch. Fortbildung für die Angehörigen der Wehrmacht. In vier Bänden. Leipzig: Bibliographisches Institut 1935.
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